Der Crater Lake und ein wunderschöner Nachmittag

Es geht früh hoch. Mir zu früh. Gatte-Kaffe-ihr wisst schon. Um 8am öffnen wir die Tür, da steht Jacky schon gut gelaunt vor der Türe und spielt mit einem großen Styropor Flugzeug über die Straße. Ich denke, gleich fährt ein Auto drüber. Thomas kommt auch dazu. Er erzählt, dass es Alarmanlagen für Cannabisplantagen verkauft und sonst halt mit der Musik tingelt. Die beiden, die seit drei Monaten zusammen sind machen einen glücklichen Eindruck. Nun müssen wir aber wirklich los. Die Fahrt zum Crater Lake dauert eine Stunde. Der höchste Teil hat so 2400 Meter. Als wir am Rim ankommen verschlägt es uns die Sprache.

Dem Vulkanberg Mazama hatte es vor vielen Jahren das Oberteil weggesprengt und einen riesigen Krater hinterlassen. Lava hat das Ding versiegelt. Das Wasser darin, tief blau, besteht nur aus Regen- und Tauwasser. Alle 250 Jahre tauscht sich das Wasser ein mal aus. Die kleine Insel in der Mitte kam dann wohl etwas später als Minivulkanausbruch dazu. Der Lake ist mit knapp 600 Metern Tiefe der tiefste See der USA und hat die beste Wasserqualität. Man kann 43 Meter tief gucken. Wenn man nicht tödlich verunfallen möchte, hat man an nur einer Stelle die Möglichkeit an das Ufer des Sees zu gelangen und dieser Weg ist auch nicht ohne. Wir verzichten. Der übliche Weg führt ein mal um den See herum. Es gibt unzählige Ausblicke und Overlooks und die Umkreisung dauert schon ihre 2-3 Stunden. Immer neue Perspektiven. Fantastisch. Man kann es nicht wirklich beschreiben. Das Abgefahrene ist noch, dass seit dem 19. Jahrhundert ein großer Baumstamm aufrecht durch das Wasser schwimmt. Dieser Ausflug ist ein Highlight unserer Reise. Gut im Juli hier gewesen zu sein. Im Winter liegen hier 4 Meter Schnee. Übereinander. Auch jetzt kann man noch Schnee an den Hängen sehen. Voller Eindrücke besuchen wir noch mal das Visitor Center- ich brauche ja noch meinen Stempel, und dann fahren wir zurück nach Prospect. Nun kommen die Maccaroni mit Cheese zum Einsatz. Ich rufe Beatrice an und wir verabreden uns vorm Hotel. Sie und Richard wollen uns ein paar tolle Dinge in der Umgebung zeigen. Orte, die man als Tourist nicht findet. Wir waren an wunderschönen Wasserfällen und Wasserstellen mit eiskaltem Flusswasser. Ein bisschen wie Kneipp wenn man darin steht.

Dann besuchen wir noch den Lost Creek Lake. Ein ganz lang gezogener See in den ein Fluss mündet. Dort gibt es einen kleinen Yachthafen.

Wir spazieren und unterhalten uns angeregt. Ich überlege laut, wie wir wohl Immigrieren könnten. Ohne kriminelle Energie schwierig. Nein wir kommen gern nach Hause zurück 🙂 Wir erfahren eine Menge über dieses Land, seine Leute und zu guter Letzt holen wir uns eiskalte Getränke und kehren noch bei Beatrice und Richard zu Hause ein. Ein toller Abend und ich freue mich sehr die beiden Hunde kennen zu lernen. Dann heißt es Abschied nehmen. Danke euch beiden und auf bald!

Von Coos Bay nach Prospect

Da es im Motel kein Frühstück gibt und wir ehrlich noch satt sind vom Abend davor, geht es erstmal zum Einkaufen bei Walmart. Wir wissen nicht genau, was uns in Prospect erwartet, aber große Einkaufsmöglichkeiten versprechen wir uns nicht. Jedoch preist der Voucher einen Kühlschrank und eine Mircowave an. Das heißt es gibt Maccaroni with Cheese von Walmart. Das erste Mal. Es gibt wieder tolle Dinge zu sehen, hach ich könnte da shoppen und alles mitbringen. Die Verkäuferin guckt etwas sparsam, als wir ihr sagen, dass sie unsere Sachen nicht in Tüten Zu verpacken braucht, sondern dass wir die so mitnehmen. Ich werfe noch einen Blick auf die hiesigen Klatschblätter und bin erschüttert.

Tja. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Es gibt, dank des appetitanregenden Angebots dann doch ein Little Breakfast und so gestärkt, geht es in den Osten. Das Wetter ist hervorragend, wir kommen auf 89 Grad Fahrenheit- irgendwas mit 31 Grad. Schön. Wie viele wissen, bekommen wir im August einige der Nachbarn Hühner. Unsrer Hühner sind dann vier und ein paar schöne Namen müssen her. Mein brillanter Friseur, der nicht nur Haare machen kann, sondern auch gut Ideen hat, schlug vor die Hühner nach Orten zu benennen, durch die wir hier so durchfahren und die uns gefallen. So wird’s gemacht. Wir kommen durch Orte wie Myrtle, Endicotte oder Cotteville. Da kann man doch schon etwas mit anfangen. Auch Florence war schön und Dot. Die kann man dann ja auch liebevoll Dotty nennen. Unser Satellitenradio funktioniert zur Abwechslung ganz gut und wir freuen uns über das Special. Heute vor 50 Jahren war die Mondlandung und dem zu Ehren, spielt der Sender nur Lieder, in denen der Moon vorkommt- da gibt es eine ganze Menge. Während wir so vor uns hin fahren, lesen wir ein Schild „Today Garage Market“. Sofort einen U-Turn gemacht und hin. Ganz entzückend hier. Die Feuerwehr veranstaltet das in der Halle und der Ertrag geht an sie. Ich finde einen kleinen blauen, oberentzückenden Koffer, den ich mit Schmollmund zurück lasse. Es geht weiter. Mein Gatte rastet plötzlich vor Freude aus- eine überdachte Brücke- ein Wahnsinn. U-Turn. Mit 5 MPH über die Minibrücke gefahren. Eine Sensation. Wenn ich nicht aufgepasst hätte, wären wir den ganzen Nachmittag hin und her über die Brücke gefahren.

Nach vier Stunden kommen wir in Prospect an. Im Ortseingang ein schlimmer Rauch auf der Straße, wir denken es brennt. Das tut es auch und zwar der Grill, oder besser mehrere Grills. Die Feuerwehr Prospect veranstaltet ein gemeinsames Essen für’s Dorf. Es sieht schlimm gemütlich aus und wir entscheiden, die Mac & Cheese das sein zu lassen was sie sind und sie auf morgen Abend zu verschieben. Heute mischen wir uns unter das Volk! Aber zunächst einchecken im Prospect Historical Hotel. Uralt- 1890 😉 und wirklich schön.

An das Hotel grenzt ein Motel, in dem wir unterkommen.

Neben an ein vielversprechende Kneipe. Also ist der Plan klar. Vom Motel zur Feuerwehr und dann gegenüber in die Kneipe. Gehminuten insgesamt 1,5. Wir packen zum ? Male das Auto aus. Gegen 5pm machen wir uns auf den Weg zum Feuerwehrfest. Als wir das Zimmer verlassen, begegnen wir einer Frau, die uns gleich anhaut. Furchtbar nett erzählt sie uns, das ihr Boyfriend hier heute abend in der Throphy Kneipe Musik macht mit seiner Band. Das machen sie ein mal im Monat und da wäre es doch schön, wenn… Ihr Boyfriend kommt dazu. Ein irres Pärchen, Jacky und Thomas. Wir stellen unseren Besuch in Aussicht und gehen zur Feuerwehr. Ein Wahnsinn was die auftischen. Halbe Hähnchen, Keulen, Steak, Mais, gegrillte ganze Zwiebeln, Bohnen. Man zahlt 15$ und kann essen was man möchte. Es gibt eine Limo mit Eis, die genau so schmeckt, wie ich sie mir vorstelle, wenn ich in amerikanischen Filmen Limostände von Kindern am Straßenrand sehe. Oder bei den Peanuts. Ich glaube Lucy van Pelt betreibt neben einem Kussstand auch manchmal einen Limostand. So schmeckt die.

Als wir bezahlt haben und uns in die Schlange stellen, ist das Hühnchen schon aus. Ein Mann schenkt mir seine Keule. Ich hätte ihn fast umarmt. Wir stehen mit unseren vollen Tellern und suchen uns einen Platz. Plötzlich dreht sich eine Frau um „Sprecht ihr etwa deutsch?“ Äh ja. Beatrice aus Heidelberg. Wir unterhalten uns kurz und essen erst mal unser Essen. Noch nie waren wir so nah dabei. Wir werden von interessierten angesprochen. Die Stimmung ist super, Jungs in richtigen Pfadfinderuniformen räumen den Tisch ab und ratz fatz wird der ganze Bums wieder zusammen- und abgebaut und fertig. Alle gehen satt und glücklich nach Hause, die Feuerwehr hat gutes Geld verdient, weil ein Großteil des Essens aus Spenden besteht und alle sind zufrieden. Und das ohne einen Tropfen Alkohol. Wir treffen wieder auf Beatrice und ihren Mann Richard. Er war derjenige, der mir seine Hähnchenkeule überlassen hat. Wir unterhalten uns und Beatrice erzählt, dass sie seit März hier in Prospect wohnen. Gerade aus Deutschland hergezogen. Richard ist Amerikaner. Wir verabreden uns für den kommenden Tag und tauschen Nummern aus. Wir freuen uns sehr über die Bekanntschaft. Es geht gegenüber in die Kneipe. Es sind nicht sehr viele Menschen dort, aber es ist sehr schön. Jacky verhilft uns zu einem Platz vor der Bühne. Die Musik ist echt gut und laut. Alles dabei- zwei Sängerinnen, Schlagzeug, Bass und eben Thomas an der Gitarre. Die rocken ordentlich und ich denke, auf ein Getränk und dann ab in die Heia.

Schnitt.

Wir erzählen mit Jacky, es gesellt sich Patty dazu. Sie ist der Groupie vom Bassisten. Der Abend schreitet voran, der ein oder andere Tequila war auch dabei und wir feiern ausgelassen mit Tanz und Gesang. Um 11pm ist Sense. Morgen soll es für uns früh in den Crater Lake National Park gehen. Was für ein Abend! Wir haben wunderbare Menschen kennen gelernt und freuen uns auf den morgigen Tag.

Von Newport nach Coos Bay

Wir erwachen ein zweites Mal in Newport. Wetter ist super und der Pazifik rauscht. Ein Geräusch, an das ich mich gewöhnen könnte. Erst mal auf den Balkon und den Ausblick genießen. Der Seestern auf dem Dach unter uns ist irgendwie kleiner geworden, dafür wächst das kleine Möwenküken wie verrückt. Mein Gatte macht sich schon ganz aufgeregt fertig für das Frühstück. Dafür geht es eine Etage tiefer in den Breakfast Room. Alles wie immer, nur eben eine Spur besser. Sogar ich kann das genießen. Wusste selber nicht, dass ich mit Frühstück so mäkelig sein kann. Im Breakfast Room läuft „Let’s make a Deal“, bei uns hieß das früher „Geh auf’s Ganze“ mit Jörg Dreager, der mit dem Schnauzbart. Diese Sendung ist sensationell. Das finden alle Anwesenden und als Brooke den Zonk und nicht das Auto bekommt, geht ein Raunen durch den Room. Alle schauen sich diese mehrfach überzogene Sendung an. Ich sage, das sind alles Schauspieler. Anders kann das unmöglich sein.

Heute führt uns der Weg nach Coos Bay, ein Örtchen an der Küste. Auch an diesem Teil der Pazifikküste ist es spectacular. Awesome. Auf unserer Strecke liegen noch Leuchttürme, die besichtigt werden möchten. Das Herceta Lighthouse ist wohl das Bekannteste.

Sehr schön dort oben mit toller Aussicht. Ich hole mir wieder für einen Dollar einen Stempel. Das Haus, in dem der Leuchtturmwärter gelebt hat, hat eine schöne Veranda auf der wir etwas verweilen. Ohne Kaffee. Der fehlt irgendwie und so zieht es uns zu einem Cafe Drive Thru. Ein Cake zum Teilen so groß und wieder so ein unverschämt krasser White Espresso Dingsda. Es geht weiter gen Süden und der Blick wird frei auf Oregons riesige Dünen, die sich mehrere Meilen hinziehen. Irgendwie finden wir nicht so den Punkt, um mal hinzufahren, was nicht so schlimm ist, denn ein Leuchtturm ist unser eigentliches Ziel. Was soll ich sagen? Umqua Lighthouse, sehr hübsch, aber man kann nicht dran oder rein, weil von der Küstenwache genutzt.

Wir finden am letzten Zipfel der Dünen einen Weg und verschaffen uns ein schönes Fußpeeling. Beim Dünenspaziergang muss nur darauf geachtet werden, das man nicht zur Zierde auf dem Kühlergrill eine Quat landet. Weiter geht’s. Allmählich habe ich den Überblick über die Türme verloren. Es wären noch zwei weiter im Süden, aber die besuchen wir heute nicht mehr. Das Motel in Coos Bay ist klassisch und hervorragend. Hier übernachten auch Menschen, die in der Gegend arbeiten. Ich erfreue mich am Anblick zweier schwerer Jungs, die auf einer Veranda stehen und vor sich eine Flasche Cola und eine Flasche Whiskey auf dem Geländer stehen haben, welche abwechselnd genossen werden, wahrscheinlich brüderlich geteilt und ehrlich geschummelt. Uns packt der Kohldampf und ich suche uns ein Lokal heraus. So viel Angebot, wo man zu Fuß hinschlendern kann gibt es hier nicht. Die Wahl fällt auf Walt’s Pourhouse. Ein uriges, sehr amerikanisches Restaurant für Burger und mjam. Das Publikum ist sehr gemischt. Männer mit Arbeitsoverall, ältere Herrschaften, junge Leute- alles bunt gemischt.

Es gibt lecker Burger und Billard. Zwei mal verloren. Da ist der Wurm drin. Ich gebe nicht auf. Im Verlauf bestelle ich eine Bloody Mary, die ich bei den Fotos bei Google aus diesem Laden gesehen habe. Keine Ahnung, was sie aus dem Bild gesehen hat, aber ich bekomme genau das. Meine Güte war das scharf. Wir beobachten noch etwas die Leute. Einen Mann etwa, der unserer Ansicht lieber zu Fuß gehen sollte, sich aber für den Heimweg mit Auto entscheidet. Und einen anderen Mann 60+, der ein Shirt trägt mit der Aufschrift „Anyone But Trump- Literally anyone else 2020“. Das macht Mut. Wir gehen ins Motel. Morgen früh ist die Nacht vorbei, denn es geht nach Prospect und das ist etwas weiter im Landesinneren.

What happens?

Liebe Leserin, lieber Leser, heute ist Montag morgen 8am. Wir müssen gleich schon wieder los in Richtung Pazifik zurück. Wir hatten ein total tolles und verrücktes Wochenende hier in Oregon. Das werde ich alles schreiben. Ich hatte keine Zeit zum Schreiben.

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Ein Tag an der Pazifikküste

Heute ist Donnerstag. Die ORezeptionsoma hat nicht zu viel versprochen. Das Breakfast ist richtig lecker. Mit Gravy und allem drum und dran. Und richtigem Orangensaft. Wir haben uns vorgenommen, so viele Leuchttürme wie möglich anzusehen und beginnen heute mit dem, den wir von unserem Balkon aus sehen können. Für uns heißt das eine Fahrt in den Norden zurück. Der Yaquima Head Leuchtturm ist der höchste hier in der Gegend und blinkt seit den 60ern automatisch vor sich hin. Auf dem Weg vom Parkplatz zu ihm hoch sehen wir tolle Felsen über und über mit Vögeln drauf. Es soll hier auch Seehunde geben, aber die liegen wohl gerade woanders rum. Im Visitor Center wird sehr beeindruckend dargestellt, wie die Keeper, die Leuchtturmwärter hier gelebt haben. Harter Job, aber sicher auch schön. Ein mal im Monat kam einer rum und hat Bücher gebracht und die Alten wieder mitgenommen. Das ist doch schon mal was. Der Turm ist wunderschön. Meinem Sammeltrieb folgend, habe ich mir einen Stempel geben lassen. Alle Türme haben hier ihre eigenen Stempel. Natürlich gibt es auch ein Sammelbüchlein für diese Stempel und dann für alle Leuchttürme der USA. Habe ich nicht. Noch nicht. Auf dem Rückweg im Wasser haben wir dann doch noch zwei Seehunde gesehen. Wie schön.

Die Fahrt geht weiter zum nächsten Leuchtturm. Er hat eine eher traurige Karriere hinter sich. Ganz aus Holz gebaut und recht klein, hat man nach drei Jahren festgestellt, dass man den vom Wasser aus gar nicht mal so gut sehen kann wenn man von Norden mit dem Schiff fährt und so hat man ihm nach nur drei Jahren den Job gekündigt. Er ist fürchterlich entzückend und möchte sofort dort einziehen. Er ist heute ein kleines Museum. Im Keller wird seine Geschichte über einen Fernseher erzählt. Sein großer Bruder, den wir vorher besucht haben, hat ihn abgelöst.

Meinen Stempel habe ich auch hier bekommen für Donate 1$, also eine Spende. Damit halten sie das Türmchen in Schuss. Auf dem Rückweg kommen wir an einem Memorial vorbei. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie viele Männer beim Fischen im Pazifik wohl ums Leben gekommen sind. Eine Menge. Hier sind ihre Namen seit 1900 in Stein gemeißelt aus dieser Gegend. Es sind wirklich viele und meist junge Fischer, von denen viele bis heute nicht wieder aufgetaucht sind. Gegen Nachmittag gehen wir in den historischen Teil Newports. Ganz schön. Hier wird noch richtig gearbeitet. Die Fischerei und ihre Hallen und Arbeiter sind hier sehr geschäftig, während man zwischen ihnen von einem Lädchen zum anderen schlendert. Eine Sache vermisse ich schmerzlich und verstehe sie auch nicht. Man kann hier viel Seafoodgedönse kaufen, aber kein schnödes Fischbrötchen. Mit einem Backfischbrötchenstand kann man sich hier eine goldene Nase verdienen, da bin ich mir sicher. Wir kehren in einen latent esoterischen Buchladen ein und finden raus, dass es im hinteren Bereich auch ein kleines Restaurant gibt. Wir lassen uns nieder. Eine Bedienung ist vorhanden. Als mein Gatte anfängt mir die ersten Spinnweben aus dem Haar zu entfernen entscheiden wir hier besser nichts zu Essen zu bestellen. Schließlich hatten wir uns die nächsten Stunden noch andere Dinge vorgenommen. Es gibt ein Getränk. Wir schlendern durch das District und sehen Leute die mit kleinen Netzen auf einem Steg Krebse fangen. Das geht rasend schnell. Im Netz liegt rohes Hähnchenfleisch, Netz ins Wasser, wieder hoch ziehen, Krebs drin. Die werden mühsam aus dem Netzt gefummelt, weil die sich wie Bolle wehren mit allen Zangen die dran sind an so einem Tier. Die Kleinen werden zurück ins Wasser geworfen. Spannendes Spektakel. An einem kleinen Pier sollen Seelöwen wohnen, aber die besuchen wohl gerade eine andere Kolonie. Kein Tier zu sehen. Dieser historische Teil ist echt schön mit bemalten Wänden und buntem Treiben.

Mein Gatte und ich haben uns heute für ein gemeinsames Beisammensein auf dem Balkon verabredet. Wir wollen bei Wein den Sonnenuntergang ansehen. Da es schon gegen Nachmittag ist, fahren wir noch etwas einkaufen bei Safeway. Was soll ich sagen? Es gibt Maccaroni with Cheese für die Microwave und Salat. Bei uns gibt es eben nicht so viele Überraschungen. Wir werden bei Safeway in die Community aufgenommen. Ich nehme voller Stolz und Freude die Mitgliedskarte der Kassiererin entgegen. Kein Konfetti. Schade. Auf diese Karte gibt es immer Rabatte. Nun sputen wir uns langsam, weil es ja um 5pm im Hotel Fischsuppe gibt. Die wollen wir auf keinen Fall verpassen. Nach dem Essen geht mein Gatte in den Pool im hauseigenen Bademantel, während ich schreibe. Der Sonnenuntergang ist schön. Nicht spektakulär, aber es ist unser. Ist die Sonne weg, wird’s frisch.

Es muss auch solche Tage geben

Guten Morgen Amerika. Heute noch mal Erwachen in The Dalles. Schade. Ich mag unser Zimmer auf der Tankstelle und den Ort hier auch. Das Wetter ist nach dem Vorhangaufziehen ganz schön anzusehen. Der Mount Hood über der Chevron allerdings nicht zu sehen. Weil ich um das gesundheitsgefährdende Frühstück weiß, verzichte ich gleich ganz drauf. Mein Gatte nicht. Als er wieder kommt erzählt er was von Biscuit mit Gravy. Ich habe mir eine große, dunkle Pflaume und einen Pfirsich bei Safeway gekauft. Ich probiere mal, wie mein Körper so viel Obst auf nüchternen Magen verträgt. Heute führt uns der Weg wieder zurück. Er müsste uns nicht den direkten Weg zurück führen, aber wir möchten am Highway 101 genau da wieder einsteigen, wo wir ihn verlassen haben. Das ist eine gute Strecke und führt uns wieder durch Portland. Drei Stunden bis Cannon Beach zurück und dann den 101 in Richtung Süden nach Newport. Die Bäume kommen wieder und mit ihnen die Haker im Satellitenradio. Das nervt dann irgendwann so, dass man es ausmacht. Und mit den Bäumen kommt Wetter. Richtiges Mistwetter, was mit dem beschriebenen Mist=Sprühkram nichts zu tun hat. Nebel, 0 Sicht und es schüttet wie aus Eimern. Und es schüttet. Ich bekomme Plaque. Wer mich kennt weiß, ich hasse Regen. Ja sicher, es muss auch mal regnen, aber nicht wenn ich nicht schlafe und schon gar nicht im Urlaub. Cannon Beach bei Regen. Wir fahren weiter. Es gibt tatsächlich wenig zu sehen. Wir bekommen langsam Hunger und ich versuche uns etwas zu suchen, wo wir einen Stopp machen können. Das finde ich auch. Ein super tolles Seafood Lokal. Angekommen, Parkplatz gefunden, hingelaufen, klitsche nass geworden. Schöner Laden, aber man kann nur draußen sitzen. Die Stimmung kippt. Also meine. Wenn es was gibt was noch schlimmer ist als Regen ist das hungrig im Regen. Wir kaufen uns in einer Bakery ein Teilchen, das nicht nach ihm und nicht nach ihr, dafür aber nach Käse und Schinken schmeckt. Weiter geht die wilde Fahrt. Der Verkehr ist recht stark und die Strecke zieht sich hin. Ich freue mich auf die Ankunft im Hotel. Elisabeth Inn direkt am Strand.Wir bekommen ein Zimmer ganz oben im 4. Stock. Gelaufen gefühlter 6. Stock doch es lohnt sich. Das Hotel steht direkt am Strand. In der 4. Etage halten sich die Möwen zum Windsurfen auf. Gefährlich, weil die in beachtlicher Weise beim Segeln ihre Kloake entleeren können. Wir schauen auf ein kleines Dach, auf dem ein Möwenküken mit Familie wohnt. Und es schläft dort ein riesiger Seestern. Wie ist der da hin gekommen? Es regnet und der Pazifik macht Krach. Es gibt über dieses Hotel noch weitere, wirklich beachtliche Dinge zu berichten. Die Oma an der Rezeption preist das Frühstück an- ich bin gespannt. Um 7pm gibt es jeden Tag Lachs Chowder, also eine Fischsuppe in der Lobby und um 8pm werden frisch gebackene Cookies serviert. Das gibt’s doch nicht. Es gibt ein Bier auf dem Balkon, dazu diese köstliche Suppe. Hat mein Gatte von unten hochgeholt. Haach. Später verlassen wir das Hotel in Regenkleidung um ein Abendessen einzunehmen. La Rocca, ein ganz entzückender Mexicaner. Also nicht der Kellner, sondern das Lokal im allgemeinen. Die Bedienung ist entzückend. Mein Gatte bestellt eine Burrito-Platte, ich nach Einholen erklärender Worte Fajita mit Garnelen. Dazu kommt Reis und ach was weiß ich. Ich könnte schon wieder vor Rührung weinen. Fajita ist ein noch blubberndes Pfännchen mit Gemüse und eben den Garnelen. Es ist köstlich. Die Burritos auch. Regen? Mir doch egal. Anschließend einen der besten Tequilas der Welt getrunken. Der musste auch her, sonst kommt man ja nie in Schlaf. Der Regen hört nicht auf und ich male mir nicht aus, wie es wäre, wenn das die nächsten Tage so bliebe. Nein, ich bin guten Muts, dass morgen die Sonne rauskommt. Das hat jedenfalls mein Gatte gesagt und der hat meistens recht.

Von diesem Tag gibt es so gut wie keine Fotos.

Schlafender Seestern.

Möwenküken

Graues Meer bei Regen vom Balkon. Wundervolle Aussicht.

Mjam. Viva la, Viva lo, Viva lallala Mexico.

The Dalles und um zu

Heute berichte ich über Dienstag. Über das Frühstück habe ich mich ja schon ausgelassen. Die heutige Tour hat mein Gatte ausgearbeitet. Ich bin enorm gespannt. Wir fahren mit dem Auto so weit es zeitlich passt in den Osten Oregons. Das wird nicht weit sein. Der nächste Bundesstaat wäre Idaho, bis dahin fahren wir nicht. Die Landschaft wird ganz toll. Bäume weg, dafür hügelige Landschaft mit Weizen. Hier und da Obstplantagen oder auch Wein. Das Wetter ist tip top. Alle ackern hier an der Ernte rum oder machen Heu und Stroh.

Es geht durch Orte, die kaum einen Namen verdienen und schließlich kommen wir nach Dufur. Da gibt es zumindest einen Laden. Ein Stückchen weiter sehen wir eine Art Freilichtmuseum, das Historical Museum of Dufur. Vor einem Häuschen steht ein alter Mann, der es nicht fassen kann, dass hier Leute aussteigen. Zumindest guckt er so. Kurzes Gespräch, er verweist uns an seine Wife, denn er macht hier sowieso nur das, was sie ihm sagt. Die Hosen trägt sie. Die alte Dame mit Gehstock, weiß-rot karierter Bluse, Mütze und Latzhose. Sie ist wirklich goldig. Es scheint ihr ein Bedürfnis, uns durch ihr Museum zu führen. Sonst ist niemand da. Später verrät sie, dass sie nicht jeden begleitet. Es gibt tolle Dinge zu sehen. Aus der gesamten Gegend haben Leute Gegenstände aus der alten Zeit gebracht. Und so gibt es ein Wohnhaus mit Wohnzimmer und Schlafzimmern zu sehen und Kochhäuschen. Während ich mir so anhöre was die Dame erzählt kommen mein Gatte und sie schön ins Gespräch. Sie haut ihm kumpelmäßig auf den Arm, als er ihr verkündet, dass er mit John Wayne Filmen großgeworden ist. Das findet sie richtig gut und schwärmt von Tom Hanks.

Die alte Schule steht auf dem Gelände, ganz entzückend. Ich darf die Schulglocke läuten. Ich bin gerührt. Die Glocke ist irgendwann mal weggekommen und in den 1970 Jahren hat sie jemand in Portland gefunden und der Schule zurück gebracht. Lucy, so heißt unsere Zeitreiseoma, ist selbst nicht auf diese Schule gegangen.

In einer großen Halle wurden unterschiedliche Räume nachgestellt. Alles mit den original Möbeln und Bildern der Männer und Frauen, die dort gearbeitet haben. Post, Telefonzentrale, Zahnarzt und die Bank, in der Lucy selber gearbeitet hat. Viele Highschool-Uniformen, unter anderen auch ihre eigene und Bilder von Basketballteams.

Auf einem ist ihr jüngster Sohn zu sehen. Unverwechselbar. Es gibt dann noch Uniformen der Navi und Armee, auch die ihres Sohnes, der in einem Krieg ums Leben gekommen ist. Überall gibt es altes Handwerk zu betrachten und Ochsengespanne.

Vor der Türe wird sie dann etwas vertraulich und berichtet noch etwas über das heutige Amerika aus ihrer Sicht. Und sie dankt Gott für diesen wunderbaren Präsidenten Trump, auch wenn er manche Dinge nicht so sagen sollte. Als Geschäftsmann, der er ja nun ist, tut er Amerika gut. Was soll man da sagen. Es wird Zeit zu gehen. Es war ein toller Besuch, weil er mal ganz andere Einsichten in das Leben der Leute hier gebracht hat und in deren Geschichte. Lucy Armstrong zeigt noch auf diesen wunderschönen mit Schnee bedeckten Mount Hood, den wir von der anderen Seite über unserer Tankstelle sehen können. „Wo dieser Berg ist, bin ich zu Hause“. Nach diesem Besuch tut eine Fahrt ins Grüne gut. Es gibt eine kleine Oase mit Wasserfall und tollem River. White River Falls. 1901 wurde der Wasserfall zu einem Wasserwerk umgebaut. Die Reste sind heute noch zu sehen. Der Wasserfall in seiner ursprünglichen Schönheit ist nur noch auf alten Bildern vorhanden. Schade.

Auf dem Rückweg fahren wir einen Loop, der uns an ein paar alten Ruinen vorbei führt. Wer sich mit wirklich beeindruckenden Hunden anlegen möchte, kann sich das aus der Nähe ansehen. Alle anderen fahren bitte einfach weiter. Privatbesitz. Es geht zurück nach The Dalles. Seit Lucy wissen wir nun auch, dass sich das wie „Se Dälls“ ausspricht. Das „e“ ist stumm. In unserem Hotel gibt es eine Lokalität, die mit dem 10% reduzierten Frühstück, das ich nie zu Gesicht bekomme und dort bestellen wir uns einen Salat. Ja, richtig gehört. Taco-Salat. Da ist jemand auf die Idee gekommen Teig zu einem Gefäß zu formen und in Fett zu frittieren. Da kommt dann der Salat rein. Mit warmem Hack. Ein Traum. Fettiger Traum.

Wir machen Siesta. Um 4pm fahren wir in die Stadt. Genauer in den historischen Kern dieser Stadt. Mein Gatte hatte dort einen Schallplattenladen erspäht und ich schlendere durch die Gegend. Hin und her gerissen zwischen der Frage, ob ich mich im hiesigen Tattoo Laden tätowieren lassen soll oder doch lieber die Antique-Geschäfte durchstöbere entscheide ich mich für B. Ach wie traurig all das hier lassen zu müssen. Wir besuchen eine Kneipe, die wir schon mal im Fernsehen gesehen haben- Clock Tower Ales. Neues Lieblingsbier gefunden. Mein Gatte trinkt Pepsi mit richtigem Zucker (steht drauf).

Der Glanz der vergangenen Jahre ist in diesem Ort so langsam dahingegangen. Der Lack ist ab. Ein Laden wird überdauern. Ein Buchladen von 1870, der älteste Oregons. Die sympathische Buchverkäufern betont noch, dass es der zweitälteste westlich von Mississippi ist und der Sieg älteste überhaupt in den USA. Welch nostalgischer Ort. Nun wird es Zeit mal zu tanken. In Oregon darf man den Zapfhahn um Himmels Willen nicht selber anfassen. Das macht einer für einen. Den Grund habe ich noch nicht raus. Als per kommt und tankt und putzt Fenster. Wieso lässt man das bei uns nicht auch wieder so machen. Schafft Arbeit, Trinkgeld und saubere Fenster und wir können uns die ganzen Dieselhandschuhe schenken. Auf dem Rückweg kommen wir wie von Geisterhand bei Mc Donalds vorbei. Ich kann es nicht fassen. 20 Chicken Mc Nuggets mit drei Soßen kosten 5 Dollar. In Worten fünf. Das sind 4,46 Euro. Die Hühner in diesem Land müssen echt arm dran sein. Habe neulich 12 Eier für 1,68 Dollar gesehen. Das sind 0,89 Euro, 7 Cent für ein Ei. Das darf doch nicht wahr sein. Eine Paprikaschote dagegen ist unbezahlbar. Für zwei Äpfel hat mein Gatte fast drei Dollar bezahlt. Sprich, wer keine Kohle hat, muss Fast Food essen. Vor allem die, die eine Familie zu ernähren haben. Crazy ist das. Zu guter letzt und auch wie von Geisterhand führt uns unser Weg in die Hotelbar. Dort werde ich drei mal im Billard abgezockt. Na warte, ich fordere Revange. Gesunde Bloody Mary und ab in die Heia.

Der Zusammenhang zwischen Essen und Würde

Einschub.

Mein Gatte freute sich gestern schon auf das Continental Breakfast. Heute in der Frühe konnte man ihn schon wieder seinen Hit trällern hören „My Love for you is like a Continental Breakfast“. Hauptsache Kaffee denke ich bei mir. Als wir in den Frühstücksraum kommen, müssen die Augen das Buffet erst mal suchen und erspähen. Ich habe es aus Gründen der Menschenrechte nicht fotografiert. Ich werde mich auf’s Beschreiben beschränken. Zwei Bottiche mit Deckel. Im einen was mit Ei, im andern was aus Fleisch (?). Das Ei: ein kleines zusammengeklapptes Omelette mit irgendwas gefüllt. Entweder ganz junger Käse oder uralte Wurst. Oder beides. Das Fleisch sind so Röllchen, die der Art in ihrem eigenen Fett schwimmen und dabei vor sich hin riechen, dass ich den Deckel sofort wieder drauf lege. Ich möchte nur einen Toast. Ach schade, es gibt keinen Toast. Es gibt Bagel mit Zimt. Von wann die sind ist schwer zu sagen. Ich habe keine Ahnung, was mich reitet und nehme son Ding aus Ei. Es ist sehr schaumig in der Konsistenz und na ja. Zur selben Zeit berichtet mein Gatte von gegenüber, dass sein Eiteilchen noch gefroren ist. Und da hört’s auf! Ich versuche ihm zu verklickern, dass Essen auch etwas mit Würde zu tun hat. Er versteht kein Wort und ißt den Zimtbagel. Zeitgleich erzählt er mir, dass es im Restaurant ein ganz tolles Frühstück gibt, auf das man als Gast des Hotels 10% Rabatt bekommt. Ich sage nichts mehr. Hauptsache ihm schmeckt’s.

Montag nach The Dalles

Ich erwache mit Rücken. Ich mag das Bett nicht leiden und bin froh, dass ich es nicht mehr benutzen muss. Was mich rettet ist ein wirklich 5 von 5 Kaffee, den mein Gatte aus irgendeinem Laden zaubert. Wir werden Portland heute hinter uns im Westen lassen und in Richtung Osten fahren. Bei Google Maps habe ich gesehen, dass sich die Landschaft zu Gunsten meiner Vorlieben verändern wird. Zunächst muss alles wieder ins Auto rein. Das dauert heute irgendwie. Kaum von der Auffahrt runter gleich falsche Richtung. Bitte wenden. Unser Weg führt uns am Columbia River entlang. Ein wirklich großer Fluss mit dufte Klima. An den Hängen wird Wein angebaut, auch wenn es hier landschaftlich anders aussieht als bei uns. Scheint ganz gut zu gelingen die Weinherstellung, da es hier überall Weingüter gibt und Läden und Probierstuben.Das Flusstal jedenfalls ist riesig und wir fahren auf südlicher Seite. Die Grenze zwischen Oregon und Washington verläuft in der Mitte des Flusses. Die Bäume sind weg. Schön zur Abwechslung. Unser Ziel ist eigentlich ein Wasserfall, den wir ob der geschlossenen Ausfahrt leider nicht erreichen können. Der Parkplatz full. Wir nähern uns eines meiner persönlichen Highlights dieser Reise. Die Brücke üben den Fluss „Bridge of the Gods“. Überquert man sie mit dem Auto, kostet das 2$, zu Fuß kostet es nichts. Das kann daran liegen, dass eigentlich zum Überqueren der Brücke für Fußgänger nichts vorgesehen ist. Man muss sich hier ganz auf die Namensgeber verlassen. Was ich bei meinem Überquerungswunsch noch nicht wusste, ist A die Höhe dieses Teils und B, dass sie rein aus Eisen oder was auch immer besteht und man nach unten durchsehen kann. Ich wollte nicht als Angsthäsin erscheinen und fasse mir, den Tatsachen zum Trotz, mein Herz und wir gehen gegen den Verkehr los. So viel Verkehr ist da auch nicht, aber eng is schon. Je weiter wir auf die Brücke kommen, um so mehr verspüre ich das Bedürfnis zu kriechen oder wenigstens zu liegen. Es muss ein erbärmlicher Anblick sein, wie ich mich am Geländer entlang hangele, weil die Leute in den Autos aufmunternd winken.

In der Mitte hüpft der Gatte von einem Bundesstaat zum anderen hin und her. Washington-Oregon, Washington-Oregon, Washington-Oregon. Weiter geht’s und dann- geschafft. Diese Brücke ist Teil des PCT- dem Pacific Crest Trail. Ein Wanderweg von New Mexico bis nach Kanada, durch die Sierra Nevada hindurch. Diese Brücke ist zweifelsohne mit die größte Herausforderung. Es geht auf dem selben Weg zurück.

Es ist jetzt Mittag und ich habe mein Tagespensum bereits erfüllt. Muss erst mal meinen Adrenalinhaushalt in meine Gewalt bringen. Es geht weiter. Ein Stopp bei Walmart beschert uns ein paar neue Anziehsachen. Hier hervorzuheben ein T-Shirt für den Gatten in pink mit den Golden Girls drauf. Meine Herren… nur kein Neid.

Wir wissen jetzt, wo der Unterschied zwischen einem Walmart und einem Walmart Supercenter ist. Im nicht Supercenter gibt es keine Maccaroni with Cheese an der Warmfuttertheke. Unser Heutiges Etappenziel, The Dalles kommt in Sicht und mit ihm ein Blick auf den Mount Hood. Der Ort ist wie Bremerhaven, zieht sich unsächlich in die Länge. Das Shilo Inn liegt an einem Ende davon. Ich mag diesen Ort sofort. Wir werden hier zwei Nächte haben und für morgen hat es noch keine Planung gegeben. Der Hunger setzt uns ins Auto und wir fahren zur Abwechslung mal bei Safeway einkaufen. Auch schön. Es gibt eine Warmfuttertheke, aber M.&C. ist alle. Wir nehmen etwas für die Microwave. Heute muss großer Wäschemachtag sein, weil einem irgendwann die Klamotten ausgehen. Zum Glück hat es hier eine Laundry. Diese liegt am ganz anderen Ende der Anlage, so spazieren wir von Haus A zu Haus D und stellen fest, dass der Unterschied nicht nur in der Nähe zur Waschmaschine liegt, sondern auch im Ausblick. A guckt auf die schöne Chevron Tankstelle, D auf den River mit schöner Brücke. Ich mag die Tankstelle.

Über der Tanke der Mount Hood. Den kann man in D nicht sehen.

Wir sehen uns aus dem Auto noch die Mainstreet an. Hier gibt es tolle Läden, alles etwas vergessen. Ich freue mich auf morgen.

Ein Tag in Portland

Mein Gatte besorgt Kaffee. Ganz wichtig, da es hier im Hotel ja wie gesagt nichts gibt. Nicht mal Kaffee. Das Wetter in Portland kann sehr gemein sein. Hier regnet es 160 Tage im Jahr und einen Großteil nieselt es so vor sich hin. Man nennt es „Mist“ So würde ich das auch bezeichnen. Heute scheint die Sonne aus allen Löchern und es ist schön warm. Es ist Sonntag, aber wir haben keine Sorgen, hier ist sonntags alles offen. Wir fahren mit dem Bus nach Downtown und steigen an einem schönen Platz aus- Pinoneer Square. Betrete zum ersten Mal einen Starbucks hier um mir einen Eistee zu kaufen. Der Hammer. Mein Gatte geht in die Touristeninfo, bekommt einen Portlandpin und Informationen geschenkt. Die Frau der Infotheke riet zum Besuch einer Kupferfigur einer Frau, die nach der Freiheitsstatur in Manhatten die zweit größte der USA ist. Was sie nicht wusste- das Ding wird restauriert und ist verhangen. Kennen Sie schon das Buch „Der Weg war umsonst?“. A pro Pos Buch. Unser nächstes Highlight ist der Powell’s Buchladen. Der größte Buchladen der Welt. Einst ein Autohaus, beherbergt dieses Schmucktück seit den 70ern nun Bücher. Alles voll. Eine irre Atmosphäre. Hier gibt es nicht nur neue Bücher, sondern man kann sich entscheiden ein Buch neu oder gebraucht zu kaufen. Meist ist beides vorhanden. Um den ganzen Laden in Ruhe durchzulaufen braucht man sicher einen Tag.

Vor der Türe ein wundervolles Schauspiel. Ein Mann mit Keyboard, null Talent und völliger Unkenntnis seinem Instrument gegenüber spielt laut und singt. Grandios!

Wir suchen eine Brewery auf und essen die tollsten Pommes der Welt. Mit Knoblauch und Zwiebeln und einer weißen Soße. Mit der Weile haben wir von Downtown ins Pearl District gewechselt. Wir schaffen es an diesem Tag auf 6 Brewerys. Jede für sich ganz wundervoll. Abends dann fahren wir mit dem Bus wieder zum Hotel. Wieso hält der Bus denn direkt vor der Mekkeller Brewery? Das schreit doch nach einem Absacker. Insgesamt, so resümieren wir, haben wir 13,3% der hiesigen Brauereien besucht. Ich finde, das kann sich sehen lassen. Sitt und müde geht’s ins Hotel zurück. Von einer Party in der benachbarten Hotellobby hören wir nichts, dank der brüllend lauten Klimaanlage.